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Die letzten Wirbeltierfunde von Klinge
sind 1908 von H. SCHROEDER & J. STOLLER beschrieben worden.
Sie hatten in der Groscheschen Tongrube Skelettreste eines Wildrindes
sowie das ziemlich vollständige Skelett eines Mammuts geborgen.
Damit umfasst die Liste der in Klinge gefundenen Wirbeltiere folgende
Arten: Elch, Rothirsch, Riesenhirsch, Wildrind, Rentier, Wildpferd,
Nashorn, Mammut, Fuchs, Biber, Sumpfschildkröte, Hecht und
Schlei. Ein Teil dieser Funde wird im Museum für Naturkunde
Berlin aufbewahrt, wohin nach dem Krieg auch die Sammlung NEHRINGS
gelangt ist. Leider war ein großer Teil von NEHRINGS Funden
unbeschriftet, so daß sie nicht mehr identifizierbar sind.
Besonders bedauerlich ist das Schicksal der Riesenhirsch-Schaufel,
die im Herbst 1936 von Prof. H. KIRCHNER, der norddeutsche Riesenhirsch-Funde
wissenschaftlich bearbeitet hat, "in zerbrochenem Zustand unter
einer Seitentreppe der Sammlung der Landwirtschaftlichen Hochschule"
vorgefunden hat. Seitdem fehlt von diesem wertvollen Stück
jede Spur. Das im Cottbuser Heimatmuseum gezeigte Exemplar, zuletzt
bis 1945 in der Cottbuser Loge, war nach einer Notiz in den "Niederlausitzer
Mitteilungen" eine Nachbildung. Sie ist 1945 ebenfalls verloren
gegangen. Anlässlich der Sonderausstellung "100 Jahre
Museum Cottbus" 1987 im Schloss Branitz fertigte der Holzbildhauer
W. GALLER (damaliges Bezirksmuseum Cottbus) nach einer alten Zeichnung,
der Originalbeschreibung und einem Foto der ersten Kopie eine meisterhaft
gelungene zweite Kopie an, die nun im Museum der Natur und Umwelt
Cottbus Am Amtsteich 17/18 zu sehen ist.
Mehrere Jahrzehnte war es still um
die Klinger Tongruben. Sie waren längst ausgebeutet und zu
Bade- und Angelteichen geworden, als sie Ende der 70er Jahre wegen
der Grundwasserabsenkung für den Tagebau Jänschwalde trockenfielen.
Bei einer Begehung der ehemaligen Schulz/Schmidtschen Tongrube und
der alten Dominialgrube durch den Museumsmitarbeiter R. STRIEGLER
und den Bezirksbodendenkmalpfleger Dr. G. WETZEL 1984 wurde zwischen
beiden Gruben ein fast vollständiger Beckenquerschnitt vorgefunden,
der als Damm (offenbar als Besitzgrenze zwischen beiden) stehen
geblieben war, was die Möglichkeit bot, die Klinger Schichten
erneut zu untersuchen. Die Werkleitung des damaligen Braunkohlenwerks
Cottbus kam freundlicherweise der Bitte nach, beim weiteren Tagebaufortschritt
den Damm, der eigentlich zur Überbaggerung vorgesehen war,
zu schonen. Beim Passieren des Brückenverbands 1985 wurde die
Südmarkscheide um 40 m eingezogen, so dass der wertvolle Interglazialaufschluss
erhalten blieb. Er wird seitdem von den geologischen Mitarbeitern
des damaligen Bezirksmuseums Cottbus, heute des Museums der Natur
und Umwelt Cottbus, wissenschaftlich untersucht. Eine wichtige Aufgabe
dabei ist das Sammeln von fossilen Pflanzen- und Tierresten.
weiter mit Teil 3...
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